Die Sage von Heiligenblut

Vor mehr als tausend Jahren wanderte der Däne Briccius mit seinen drei Brüdern aus Dänemark nach Konstantinopel, wo die Brüder in die Dienste des Kaisers Leo traten und durch ihren frommen Lebenswandel und ihre außergewöhnliche Begabung bald hohe Gunst erlangten.

An Briccius gewann der Kaiser einen tüchtigen Feldherrn, der stets siegreich gegen die Feinde des Reiches stritt. So sehr der fromme Mann seinem Kaiser ergeben war, so bitteren Kummer bereitete es ihm, dass sein hoher Gönner nur ein lauer Christ war, mit dem es im christlichen Glauben nicht allzu wohl bestellt war. Er bat daher Gott um ein Zeichen, wodurch der Kaiser im Glauben bestärkt werde.

Nun begab es sich eines Tages, dass ein Händler, um die Macht des Christengottes zu erproben, das Bild des Erlösers in einer christlichen Kirche mit einem Messer durchstach. Sogleich floss Blut aus dem Bild wie aus einem lebendigen Körper. Der Fremde eilte, betroffen von dem Wunder, entsetzt auf die Straße und bekannte einem Priester seine Tat. Er ließ sich taufen und wurde eifriger Christ.

Als der Kaiser von diesem Wunderzeichen erfuhr, kam er mit großem Gefolge in die Kirche, sah mit eigenen Augen das wunderbare Geschehen und war von seinem Unglauben bekehrt. Das heilige Blut aber wurde in einem Fläschchen aufgefangen und bildete bald den Gegenstand höchster Verehrung.

Jahrelang hielt sich Briccius in Konstantinopel auf; allgemach aber begann die Sehnsucht nach der Heimat in seinem Herzen zu keimen. So fasste er den Entschluss, nach Dänemark zu ziehen und dort den Heiden das Evangelium zu verkünden. Als er dem Kaiser seine Absicht bekanntgab, wollte dieser nichts davon hören. Doch die dringenden Bitten seines verdienstvollen Dieners vermochten ihn schließlich umzustimmen, und er willigte in die Entlassung ein. Huldvoll stellte er ihm frei, zum Abschied eine Gnade zu erbitten. Da begehrte Briccius vom Kaiser das heilige Blut. Über diesen Wunsch war der Herrscher nicht sehr erfreut, denn er wollte den kostbaren Besitz nicht verlieren. Daher gab er dem Bittenden drei Tage Bedenkzeit in der Erwatung, Briccius werde sich während dieser Zeit eines anderen besinnen. In dem Gemach, wo er sich während dieser Zeit aufhalten musste, standen drei kostbare Fläschchen zur Auswahl.

Die einzige Tochter des Kaisers war Briccius wegen seiner Tugenden und Vorzüge heimlich in Liebe zugetan und schlich sich eines Tages, als Magd verkleidet, mit dem Essen in das Gemach des frommen Mannes, um ihm mit Rat und Tat beizustehen. Sie empfahl ihm, das Fläschchen zu wählen, auf das sich keine Fliege setzen werde.

Nach Ablauf der Frist tat Briccius, wie sie ihm geraten, und erhielt wirklich das Gefäß mit dem heiligen Blut. Nun wagte der Kaiser keine Einwendung mehr und überließ das Kleinod dem Scheidenden, der erklärte, er werde es in ein Land bringen, wo es mehr verehrt würde als hier. Doch im Stillen hegte Leo die Absicht, das kostbare Gut durch Diebstahl wieder in seinen Besitz zu bringen.

Nun hüllte sich Briccius in Pilgerkleider, um den weiten Weg in seine nordische Heimat anzutreten. Die drei Brüder begleiteten ihn; denn alle vier liebten einander innig, und keiner wollte ohne den anderen weiter am Hof des Kaisers verbleiben.

Kaum hatten die Wanderer die Stadt verlassen, schickte ihnen der treulose Herrscher mehrere Diener nach, die Briccius das Heiligtum wieder abjagen sollten. Aber die Brüder waren auf der Hut, gewahrten die Verfolger und wandten sich abseits der Straße, wo Briccius das Fläschchen in einer Wunde verbarg, die er sich am Schenkel beigebracht hatte.

Der mit Erde bestrichene Schnitt verheilte in kurzer Zeit, und niemand hätte geahnt, welch wertvolles Gut der fromme Wandersmann in seinem Fleisch verborgen mit sich trug.

So wanderten sie durch die Lande und kamen unbehelligt bis nach Kärnten ins Drautal. Hier wollte Briccius das Mölltal entlang über die Tauern nach Norden wandern. Die drei anderen Brüder aber beschlossen, in Kärnten zu bleiben; bei Sachsenburg sollen sie voneinander Abschied genommen haben. Der eine der Brüder wanderte das Drautal abwärts und ließ sich auf dem Oswaldiberg nieder, der nach ihm benannt sein soll; der andere gelangte nach Kötschach im Gailtal, wo er der Sage nach in der Kirche seine letzte Ruhestätte fand; der dritte wurde der Begründer der ersten Siedlung in der Niklai ob Sachsenburg und erhielt wegen seines frommen Lebenswandels bald den Namen „der heilige Mann“.

Noch heute sind viele Sagen über sein verdienstvolles Wirken im Umlauf. Briccius zog allein das Mölltal aufwärts dem Hochgebirge zu, verfehlte aber in einer stürmischen Nacht den richtigen Weg und wurde von einer Lawine verschüttet.

Als die Gebirgsbauern gegen Weihnachten das Heuziehen angingen, wie es dort gebräuchlich ist, fanden sie in der Nähe des heutigen Dorfes Heiligenblut an der Stelle, wo jetzt die Bricciuskapelle steht, mitten im Schnee drei schöne grüne Ähren. Erstaunt über dieses unbegreifliche Wunder, gruben sie im Schnee nach und stießen bald auf den Leichnam des heiligen Mannes – denn für einen solchen hielten sie ihn -, aus dessen Herz die drei Ähren sprossten. Nun sollte der Heilige bestattet werden, und sie beschlossen, über den Ort des Begräbnisses den Willen Gottes entscheiden zu lassen. Man lud den Leichnam auf einen Karren, spannte zwei „ungelernte“ Öchslein davor und ließ sie ihres Weges ziehen. Wo das Gespann halten würde, wollten sie ein Grab aufwerfen und später darüber eine Kapelle bauen.

Die Ochsen zogen den Leichnam über die Möll und machten erst auf dem Hügel halt, auf dem sich heute die Kirche von Heiligenblut erhebt. Hier waren sie nicht mehr von der Stelle zu bringen. So lud man die Leiche vom Wagen ab und beerdigte sie auf dem Hügel.

Nach einigen Tagen sah man, dass ein Fuß des Toten aus dem Grabe herausragte, und entdeckte bei näherem Zusehen im Fleisch verborgen das Fläschchen mit einer dunklen Flüssigkeit.

Als man das kleine Gefäß herausgenommen und den Leichnam wieder bestattet hatte, kam der Fuß nicht wieder zum Vorschein.

Das geheimnisvolle Fläschchen wurde samt Ring und Pergament, die man bei dem Toten gefunden hatte, dem Erzbischof nach Salzburg gesandt, der den Patriarchen von Konstantinopel um Aufklärung bat, wodurch die ganze Begebenheit mit dem heiligen Blut im Abendland bekannt wurde.

In der Pfarrkirche von Heiligenblut befinden sich vierzehn große Gemälde, die den Lebenslauf und Tod des seligen Briccius darstellen. In einer hochragenden Säule im Gotteshaus wird, in eine kunstvolle Monstranz gefasst, das kleine grünliche Fläschchen mit dem heiligen Blut aufbewahrt, das man bei dem Pilger gefunden hatte.

In der Mitte der Kirche führen einige Stufen in ein Gruftgewölbe hinab, wo das sargähnliche Grabmal des frommen Mannes gezeigt wird, dessen wundersamem Geschenk das Dorf Heiligenblut seinen Namen verdankt.

 

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